Einen wunderschönen guten Morgen!
Endlich Sonne, endlich wieder am See sitzen oder in den Biergarten gehen. So langsam breiten sich Sommergefühle aus, wenn nur keine Gewitter kommen. Im Sommer fühlen sich Menschen üblicherweise körperlich und mental besser, die Tage sind länger, wir verbringen viel Zeit im Garten und an der frischen Luft.
Doch zum Sommer gehört nicht nur Sonnenschein, manchmal sorgen Gewitter für Abkühlung. Ich gebe ja zu, dass ich Angst und Panik bekomme, wenn meine Wetter-App oder meine Versicherung einen oder zwei Tage vor schweren Gewitter warnen. Am 4. Juni sind wir zum Glück verschont geblieben, doch in vielen Gebieten Bayern gab es heftige Unwetter. Vielleicht hat jemand das Fussball Spiel Deutschland gegen Portugal gesehen, wo vor Spielbeginn starker Hagel eingesetzt hat. Aufziehende Gewitter beunruhigen alle Gartenbesitzer, den nicht immer ist klar, ob nur kostbares und für die Pflanzen nützliches Nass vom Himmel kommt oder ob sich ein Sturm und Hagelschlag bildet. Gewitter sind in unseren Breitengraden keine Seltenheit und immer öfter werden sie von Sturmböen und Hagel begleitet, die Spuren im Garten hinterlassen.
In den letzten Jahren hat sich die Gefahr von Unwetter mit Hagel deutlich erhöht, die eine höhere Zerstörungskraft haben, wenn sie auf Pflanzen treffen. Hagelkörner, egal wie groß, beschädigen nicht nur Blätter, sondern auch Blüten, Knospen und Gemüse. Schon kleine Risse oder Löcher können zu massiven Schäden führen, denn nun haben Pilze und Bakterien ein leichtes Spiel. Dadurch können sich Pflanzen-Krankheiten ausbreiten und im schlimmsten Fall fault die Pflanze und stirbt ab. Ist ein Gewitter im Anmarsch, sollte man rechtzeitig handeln und seinen Garten zu schützen.
Einfach ist es bei Kübelpflanzen, die ich an einen geschützten Ort, zum Beispiel unter die überdachte Terrasse bringe. Kleinere Pflanzen können mit umgedrehten Pflanztöpfen aus Ton abgedeckt werden. Beete lassen sich durch Loch- oder Schlitzfolien oder einem Gartenvlies abdecken, das ich mit Befestigungshaken oder schweren Steine befestige, damit es nicht wegweht. Die Schutzhauben am Hochbeet haben sich bewährt und schützen Tomaten, Gurken und Zucchini. Doch nicht immer hat man die Möglichkeit seinen Garten vor einem Hagelschlag zu schützen.
Sind Pflanzen nach Starkregen oder Hagel unter der Last auf den Boden gedrückt, richten sie sich meist wieder von selbst auf. Falls nicht, kann man durch vorsichtiges Aufbinden an Stützen ihnen helfen sich zu erholen. Manchmal wirkt auch ein radikaler Rückschnitt wahre Wunder. Gib den Pflanzen, die auf den ersten Blick völlig zerstört wirken, drei bis vier Wochen Zeit und haben sie sich bis dahin nicht erholt, können sie immer noch aus dem Beet genommen werden. Reife Früchte mit Hagelschaden sollten direkt geerntet werden, gerade Erdbeeren schimmeln schnell, wenn sie auf nassem Boden liegen.
Das heftigste Unwetter habe ich 2011 erlebt. Es war ein sonniger, sehr heißer, über 30 Grad warmer Tag als gegen 16 Uhr das Unwetter aufzog. Ich war noch im Büro und musste nach dem Gewitter über Schleichwege nach Hause fahren. Die Heimfahrt war sehr mühsam, Feuerwehr und technischer Hilfsdienst versuchten die Straßen freizubekommen, die Straßen waren versperrt durch umgeknickte Bäume. Chaotische Verhältnisse und die landwirtschaftlichen Felder waren verwüstet. Zu Hause dann der Schock! Die Holz- und Mauerfassade war durch den Hagel durchlöchert, Teile des Zauns durch herumfliegende Teile kaputt, 2 Fensterscheiben eingeschlagen. Im Garten Sträucher und Bäume umgeknickt, alle Blumen zerstört und Keramik Übertöpfe zerbrochen. Aber alles Dinge die zu ersetzen oder reparieren sind und zum Glück bin ich gut versichert. Das Unwetter zog eine Schneise der Verwüstung durch unsere Gemeinde und es wurde sogar ein Todesfall gemeldet.
Ich gebe zu, dass ich bei Gewitter Warnungen immer in Panik gerate, Angstzustände bekomme, ständig das Wetterradar beobachte und hoffe, dass unsere Hagelflieger schlimmes verhindern können. Das Wetter können wir zum Glück nicht ändern, doch ich möchte vorbereitet sein, auch wenn mich die Nutzung meiner App schon Tage vorher verrückt macht. Und wer weis, das nächste Unwetter könnte uns schon in Kürze treffen, dann bin ich nicht mehr so überrascht und unvorbereitet wie 2011.
Wünsche euch einen schönen Sonntag!